Straubinger Tagblatt, Freitag, 11.09.2009

by Bernd Reicheneder | September 14th, 2009

Der Degenberg gibt die ersten Geheimnisse preis!

 

Schwarzach. (mo) Nach 541 Jahren Versteckspiel konnten nun durch einen Airborne-Lasescan (Verfahren zur Erstellung eines digitalen Geländemodels durch Abscannen mit einem Laser aus der Luft) die Form des sog. Schopfes und weitere Bestandteile der Burgruine auf dem Degenberg aufgedeckt werden. Die hochauflösende Aufnahme mittels Helikopter, die der Förderverein Feste Degenberg e.V. in Auftrag gegeben hat, ist nach der archäologischen Dokumentationsarbeit am inneren Nordwall (wie bereits berichtet) der zweite größere Schritt in der wissenschaftlichen Untersuchung des Degenbergs. Die Finanzierung des Auftrages wurde durch Spenden an den Förderverein und Unterstützung des Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Gemeinde Schwarzach möglich gemacht und gilt als eine wichtige Vorarbeit zu weiteren archäologischen Bearbeitungen des Degenbergs.

 

Die Gesamtanlage wurde bereits vor einigen Jahren von den Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege topographisch eingemessen. Aber durch den Laserscan kann nun die Geländeoberfläche dreidimensional dargestellt und der Versuch unternommen werden, die letzte Bauphase der Burg bis zu ihrer Zerstörung 1468, ebenfalls in 3D zu rekonstruieren.

 

Zunächst führte die Geländedarstellung nicht nur zur Bestätigung von Vermutungen und eindeutigen Befunden sondern auch zu überraschenden Ergebnissen.

 

So konnten nun die vermuteten riesigen Ausmaße der Burg festgestellt werden, die eine Bezeichnung des Stammsitzes der Degenberger nicht nur als Burg sondern als Festung rechtfertigen. Auch einzelne Gebäude konnten durch die Aufnahmen nachgewiesen werden.

 

Sensationell erscheint die erhaltene Baumasse, die sich im Kegel der Ruine abzeichnet, und das sog. Belagerungswerk im Norden, welches die Vermutung stützt, dass die Festung vor ihrer Zerstörung mit Kriegsmaschinen regelrecht belagert und beschossen und nicht nur durch eine List erobert wurde.

 

Erste Aufnahmen sowie die angesprochenen Ergebnisse können im Internet unter www.feste-degenberg.de betrachtet und herunter geladen werden.

 

Der Verein hofft weiterhin auf breite Unterstützung aus der Bevölkerung, den Eigentümern, den Ämtern und der Politik, damit ein großes und wundervolles Denkmal Niederbayerns weiter erforscht und vor allem erhalten werden kann.

 

Reicheneder

 

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